Arabesken im kühlen Norden

Barbara Borek am 30.04.2014
Hamburger Kunsthalle, Foto Bernd Sterzl / pixelio.de
Hamburger Kunsthalle, Foto Bernd Sterzl / pixelio.de

Aus dem italienischen Wort 'rabeschi' für Ranken entstand der Begriff der Arabeske: Pflanzenornamente und -muster, die oftmals auch in Halbfiguren oder Früchte übergehen. Die Hamburger Kunsthalle lädt ein zu einem Ausflug in die Welt der stilisierten Blüten.

Ornamente

Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung diesen Ornamenten. Die Schau in der Hamburger Kunsthalle "Verwandlung der Welt. Die romantische Arabeske" präsentiert rund 150 exemplarische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts, zeigt bildende Kunst und Literatur aus der Zeit der deutschen Romantik. Gefühl versus Intellekt, Faszination für mitteralterliche, aber auch religiöse Themen, bestimmen diese Epoche.

Die Gemälde, Zeichnungen und Drucke von Philipp Otto Runge (1777-1810), Peter Cornelius (1783-1867), Eugen Napoleon Neureuther (1806-1882), Carl Julius Milde (1803-1875), Moritz von Schwind (1804-1871) oder Adolph Menzel (1815-1905) und vielen anderen stammen aus den reichen Romantiksammlungen der Hamburger Kunsthalle und des Frankfurter Goethe-Museums.

Strukturen

Im 18. Jahrhundert erhob der Dichter Friedrich Schlegel (1772-1829) das verschlungene Spiel der Arabeske zum Strukturprinzip. Über sie verbinden sich die Teile einer als zerfallen erfahrenen Welt, ein Anspruch, der auch in die bildende Kunst transportiert wird. Die Form dominiert den Gegenstand, aus den floralen Beigaben werden Bedeutungsträger. "Vom kosmologischen Weltentwurf bis zur Aktienumrahmung, vom hochkomplexen Roman bis zum Kinderlied, in Ölgemälden und in der Gebrauchsgraphik, auf Bucheinbänden oder an den Rändern von literarischen Texten – dank ihrer Vielgestaltigkeit erscheint die Arabeske medienübergreifend," beschreibt der Kurator Dr. Jonas Beyer die floralen Strukturen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Werke von Philipp Otto Runge, des Mitbegründers der deutschen Romantik und Korrespondenzpartners des Dichter Clemens Brentano (1778-1842). Runge integrierte die Arabeske in seine Gemälde, als Gestaltungsmittel werden sie zu einem "Gesamtkunstwerk". Runge, der auch als Kunstgewerbler, Kunsttheoretiker und Dichter tätig war, wurde vom ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, vor mehr als 100 Jahren wiederentdeckt. Die Kunsthalle besitzt auch den größten Teil des Oeuvres. Und ermöglicht so, vielleicht mit etwas müden Beinen am Tag nach dem Tanz in den Mai, einen Reise in die Welt der tanzenden Arabesken.

Die Ausstellung begleitet ein umfangreicher, über 400 Seiten umfassender Katalog zum Preis von 35 Euro. Er wurde ermöglicht durch die Ernst von Siemens Kunststiftung und ist in den Museumsshops und online bei den Freunden der Kunsthalle erhältlich.

 

Weitere Informationen

Verwandlung der Welt. Die romantische Arabeske

bis 15. Juni 2014

Hamburger Kunsthalle 

Glockengießerwall

20095 Hamburg

Di. - So. 10 – 18 Uhr

Do. 10 – 21 Uhr, vor Feiertagen 10 – 18 Uhr

1. Mai 12 – 18 Uhr

29. Mai, 8. und 9. Juni 10 – 18 Uhr


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