German Paintings

Barbara Borek am 10.04.2014

Erstmals werden in einer europäischen Ausstellung Gemälde des amerikanischen Künstlers Marsden Hartley vorgestellt, die dieser vor genau einhundert Jahren in Berlin malte. Seine Deutschen Bilder sind Bestandteil des Themenjahres '1914 – Aufbruch – Weltbruch'.

Marsden Hartley

Der Künstler, 1877 im US-Bundesstaat Maine geboren, zählte in New York seit 1909 zum Künstlerkreis um die Avantgardegalerie '291' des Fotografen Alfred Stieglitz. 1912 reiste er nach Paris, Anfang 1913 dann nach Berlin, er sollte bis Ende 1915 in der Stadt bleiben. Er verkehrte im Kreis der Sturm-Galerie Herwarth Waldens und war dort 1913 am Ersten Internationalen Herbstsalon beteiligt.

Durch die Kriegsereignisse wurde Hartley bald zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten gezwungen und ging in seine Heimatstadt zurück. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1943. Ein Jahrhundert später zeigt eine Ausstellung in der Nationalgalerie seine bis heute zeitgenössisch wirkenden, in Berlin entstandenen Bilder. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Los Angeles County Museum of Art und wird ab August auch dort gezeigt werden.

Berlin

Den Beginn des Ersten Weltkriegs erlebt der Künstler in Berlin. Faszinierten Hartley noch in der Vorkriegszeit die Militärparaden des Kaiserreichs, bedeutete der Tod seines Freundes Anfang 1914 einen großen Einschnitt. Er hatte den deutschen Offizier Carl von Freyburg in Paris kennengelernt und war ihm verliebt nach Berlin gefolgt. Zwei Monate nach Kriegsbeginn fiel von Freyburg, es entstand das heute als Hauptwerk geltende Gemälde "Porträt eines deutschen Offiziers“.

Das Bildnis des Freundes setzt sich aus Fahnen, Orden und Teilen der Uniform zusammen, es zeigt weder Gesicht noch Körper. Hartley nutzte die Militaria, gemalt in leuchtenden Farben für seine Bildkomposition, in der Objekte den gewaltsamen Tod symbolisieren. Auch die Ausstellungsarchitektur in der Nationalgalerie nimmt das Thema auf, in der gläsernen Halle des Mies-van-der-Rohe-Baus ist die Form des Eisernen Kreuzes nachgebildet.

In den USA gilt Hartley als wichtiger Vertreter der Klassischen Moderne, bereits kurz nach seinem Tod richtete das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive aus. In Europa ist er jedoch nahezu unbekannt und kann nun in der Berliner Ausstellung neu entdeckt werden. Im Verlag Walther König, Köln, ist ein Katalog erschienen, er ist zum Preis von 29,80 Euro erhältlich.

 

Weitere Informationen

Marsden Hartley

Die deutschen Bilder / The German paintings 1913-1915

bis 29. Juni 2014
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Neue Nationalgalerie

Potsdamer Straße 50
10785 Berlin

Di, Mi, Fr 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 20.00 Uhr
Sa, So 11.00 - 18.00 Uhr


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