Glück!

Inge Pett am 13.09.2014
Installation Sandonis © Botschaft von Spanien
Installation Sandonis © Botschaft von Spanien
Mariaes, Maria Gomar © Botschaft von Spanien
Mariaes, Maria Gomar © Botschaft von Spanien
Vernissage © Botschaft von Spanien
Vernissage © Botschaft von Spanien
Installation, María León © Botschaft von Spanien
Installation, María León © Botschaft von Spanien
El Culto, Video, Alby Álamo © Botschaft von Spanien
El Culto, Video, Alby Álamo © Botschaft von Spanien

„Dieses Amulett soll den Spaniern Glück bringen“. Unter großem Applaus überreichte Patricia Sandonis es bei der Vernissage von „Back To The Future“ am 9. September an Pilar Lleo, Mitarbeiterin der Kulturabteilung der Botschaft von Spanien.

Sandonis ist einer der vier Preisträger eines Wettbewerbs für in Berlin lebende spanische Künstler, den die Botschaft im April 2014 erstmals ausgeschrieben hatte. Das Projekt „Back To The Future: Vier künstlerische Ansätze zur Zukunft“ entstand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen und psychosozialen Krise in Europa. „Unsere Generation, die einst die ganze Zukunft vor sich hatte, findet sich heute wieder als eine Generation Null, mit anderen Worten, als Generation ohne Zukunft“, heißt es im Flyer zur Ausstellung, die bis zum 18. Dezember im Ausstellungsraum der Botschaft in der Lichtensteinallee zu sehen sein wird.

Doch Maria Leon, Maria Gomar, Alby Alamao und Patricia Sandonis geben sich mit dieser weit verbreiteten Negativprognose nicht zufrieden. „Vielleicht aber ist genau das unser Vorteil: die Zukunft ist nicht mehr wie früher“, so das Credo des Künstler- und Kuratorenteams: „Somit können wir sie neu erschaffen, oder sie uns aus anderen Kontexten heraus erfinden.“

Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?

Die so entstandene Ausstellung verläuft entlang von vier Achsen: Das ist zum einen die mediatisierte Zeit (Maria León), die kollektive, in Spanien verlebte Vergangenheit (Maria Gomar), die in der Gruppe erlebte Gegenwart (Alby Álamo) und das kollektive zukünftige Glück (Patricia Sandonis).

Den Fokus auf die Vergangenheit richtet Maria Gomar, indem sie uns die die zwölf Marien aus ihrem Heimatdorf präsentiert. Sie alle sind heute ältere Damen, tragen den katholischen Namen der Gottesmutter – „der Archetyp der Frau schlechthin“ –, und haben dieselbe konservative, von christlichen Werten bestimmte Sozialisation erfahren. Sie seien mit der Aufgabe aufgewachsen, in erster Linie „Frau zu sein“ und sich in ein patriarchalisches System zu fügen, erklärt die namensgleiche Künstlerin. Auf den nostalgisch anmutenden Bildern sind die Marien zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt.

Gomar ist überzeugt, dass die Gegenwart nur verständlich wird, wenn man die Vergangenheit kennt. “Allerdings habe ich den Eindruck, dass uns, die wir weit weg wohnen, unsere Herkunft gegenwärtiger ist“, erklärt sie. Und es beschäftigt sie, wie das Schicksal der Marien ihres Dorfes unter anderen Vorzeichen verlaufen wäre: „Ich frage mich, was aus den Frauen geworden wäre, wenn sie, wie Virginia Woolf vorschlug, über ein eigenes Zimmer verfügt hätten.“

Optimistisch – jetzt erst recht

Den Blick in die Zukunft hingegen richtet Patricia Sandonis. Mit einem ausgeklügelten numerologischen System schafft sie geometrische Formen, die sie aus diversen Parametern berechnet. Die so entstandene Gesamtform ergibt sich sich auf der Grundlage der Koordinaten und der Daten der Gesellschaftsverträge der spanischen Botschaften in Europa mit den Staaten der Eurozone. Die neue Form birgt in sich 22 weitere Formen: 17 Amulett-Formen für die spanischen Botschaften der Eurozone und 5 Amulett-Formen für die Parlamente jener Länder, die man in der Eurokrise 2010 abfällig „PIIGS“ genannt hat: Portugal, Italien, Irland. Griechenland, Spanien.

Die so entstandenen Formen hat die 1984 in Valladolid geborene Künstlerin ausgeschnitten und an die Wand gepinnt. Die Segmente haben so gar nichts Bedrohliches, wirken vielmehr leicht und heiter und erinnern kunsthistorisch entfernt an die Arbeiten der Konstruktivisten. Zusätzlich geben Stelen skulptural den Schuldenstand der Länder der EU wieder.

Fortuna Populi

Glück für alle, so die Forderung der jungen Spanierin. Der römischen Fortuna Populi gleich soll das “Kollektivamulett” Glück bringen: „Der diesem Kunstprojekt zugrundeliegende Diskurs besteht darin, eine Form anzubieten, die es ermöglicht, kollektiv zu denken, ja sogar Menschen Glück zu wünschen, die wir nicht einmal kennen, und so das individuelle Denken in ein gesellschaftliches Denken zu wandeln. Diese Veränderungen könnten in der Zukunft Teil des kulturellen Erbes oder einer genetischen Evolution des Menschen werden.“

Weitere Informationen

Botschaft von Spanien
Lichtensteinallee 1
10787 Berlin
www.spanien-kultur.de
Mo-Do 10.00 – 17.00 Uhr
Fr 11.00 -14.00 Uhr

 


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