Im finnischen Schnee

Katrin Schielke am 06.03.2014
Jan Costin Wagner (Ausschnitt) © Gunter Glücklich
Jan Costin Wagner (Ausschnitt) © Gunter Glücklich
Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees © promo Galiani-Verlag
Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees © promo Galiani-Verlag

Der schweigsame finnische Kommissar Kimmo Joentaa braucht in Jan Costin Wagners melancholischem Roman „Tage des letzten Schnees“ einige Zeit, bis er verschiedene Geschichten um den Tod verbinden kann.

Ist es ein Krimi?

Der 1972 in Deutschland geborene Jan Costin Wagner hat Finnland zu seiner zweiten Heimat erkoren. Dort siedelt er seine Romane an, die mittlerweile in 14 Sprachen übersetzt wurden.

In seinen Romanen um den Ermittler Kimmo Joentaa geht es zwar immer um Mordfälle, es sind aber keine auf die Ermittlung fokussierten Whodunit-Krimis, sondern vielmehr detailliert und eindringlich geschriebene Psychostudien. Allen voran die des Kommissars selbst, der mit viel Einfühlungsvermögen und Diskretion seine Fälle löst. Dabei wird er immer wieder von der Erinnerung an seine verstorbene Frau heimgesucht. Das Sterben und der Tod sind nicht nur sein Tagesgeschäft, sondern sein Lebensgefühl. In "Tage des letzten Schnees" taucht zwar die Möglichkeit eines neuen Glücks in Gestalt einer geheimnisvollen Frau auf – wer sie ist, erfährt der Leser erst gegen Ende der Geschichte. Und weiß: die Melancholie wird Joentaa nicht verlassen.

Im Dickicht der Geschichten

Joentaa hat viel zu tun. In „Tage des letzten Schnees“ gibt es einen Architekten, der seine Tochter bei einem Unfall mit Fahrerflucht verliert, einen Schüler, der sich in dubiosen Internetforen rumtreibt und es dem Amokläufer Anders Behring Breivik gleichtun möchte, einen Investmentbanker, der sich im Dickicht seines Doppellebens verstrickt, und zwei Tote, die auf einer Parkbank liegen, als würden sie schlafen.
Lange lässt uns der Autor die Geschichten ohne jegliche Verbindung miteinander parallel lesen. Erst im letzten Viertel des Buches wird klar, wie sie zusammen hängen. Aktuelle gesellschaftspolitische Themen – Prostitution aus Osteuropa, Rechtsextremismus und die Finanzkrise – werden aufgegriffen, stehen aber nicht im Zentrum des Romans. Dort stehen ganz klar die Menschen, die falsche Wege einschlagen, sich in ihren Lebenslügen nicht mehr zurechtfinden, keine Antworten mehr bekommen.

Kleines Glück

Es gibt in diesem Roman viele Schicksalswendungen und sehr viele Zufälle, vielleicht wären weniger Themen und Menschen mehr gewesen. Trotzdem ist "Tage des letzten Schnees" ein faszinierendes Buch mit einer in ihrer Knappheit und Nüchternheit funkelnden Sprache. Wie kleine (finnische) Eiskristalle. Und über das neue Glück, das Wagner dem Kommissar am Ende doch noch gönnt, freut man sich unbedingt.

Weitere Informationen

Jan Costin Wagner

Jan Costin Wagner: Tage des letzten Schnees
Verlag Galiani Berlin
ca. 320 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Euro 19,99 (D) | sFr 28,00 | Euro 20,60 (A)
ISBN 978-3-86971-017-4


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