Putzfrau und Malerin

Katrin Schielke am 25.08.2014
SERAPHINE - Arbre de vie © Christian Schryve
SERAPHINE - Arbre de vie © Christian Schryve
Seraphine, Plakat der Ausstellung © Museum Senlis
Seraphine, Plakat der Ausstellung © Museum Senlis

Die Malerin Séraphine Louis arbeitete als Putzfrau, als der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde 1912 ihre Bilder entdeckte. Das Museum von Senlis, nördlich von Paris, widmet ihr eine kleine, aber imposante Ausstellung.

Naive Malerei

Séraphine Louis, auch Séraphine de Senlis genannt, 1864 in Arsy im Departement der Oise geboren, zählt heute gemeinsam mit Henri Rousseau (1844–1910) zu den bedeutendsten Vertretern der naiven Kunst in Frankreich. Sie kam ursprünglich vom Lande und zog nach Senlis, eine kleine mittelalterliche Stadt im Norden von Paris, um dort als Putzfrau zu arbeiten, unter anderem bei dem deutschen Kunstsammler und Kunstkritiker Wilhelm Udhe (1874–1947). Sie war Autodidaktin, malte damals schon vor allem Gemälde mit floralen Motiven. Uhde entdeckte zufällig eines ihrer Gemälde, erkannte ihr Talent und wurde ihr Förderer. Er beschaffte der Malerin zuerst die großen Leinwände, die sie für ihre Arbeiten benötigte, und organisierte 1929 eine Ausstellung naiver Kunst in Paris, in der er der Öffentlichkeit zum ersten Mal auch Werke der völlig unbekannten Künstlerin präsentierte.

Vergiftung?

Séraphine Louis arbeitete mit selbst zusammengemischten, teilweise giftigen Materialien in ihrem winzigen Wohnraum. Kunstexperten gehen heute davon aus, dass ihre Motive nicht nur mystisch-religiöser Prägung entspringen, sondern eventuell auch von Vergiftungserscheinungen zeugen.

Ein Ende im Massengrab

Ab 1930 begann sie zunehmend unter Symptomen einer vermutlich psychischen Erkrankung zu leiden. Schließlich wurde sie 1932 in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, wo sie 1942 im Alter von 78 Jahren in Clermont in der Oise starb und auf dem dortigen Friedhof in einem Massengrab beerdigt wurde. Drei Jahre nach ihrem Tod organisierte Wilhelm Uhde in der Galerie de France in Paris posthum ihre erste Einzelausstellung.

Aus dem Schatten ins Licht

Die Ausstellung "Séraphine de Senlis, aus dem Schatten ins Licht" reiht sich ein in einen Veranstaltungszyklus, den Senlis organisiert, um den 150. Jahrestag der Geburt der Künstlerin zu begehen. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus der ständigen Sammlung des Museums – bestehend aus Donationen von Anne-Marie Uhde aus der Sammlung ihres Bruders Wilhelm –  sowie einigen Werken aus Privatsammlungen. Das Museum Maillol in Paris hat dem Museum außerdem sechs der wichtigsten Gemälde von Séraphine Louis für die Ausstellung geliehen.

Séraphine – der Film

Des Weiteren zeigt die Ausstellung zahlreiche Kostüme, Accessoires und Fotos der Filmbiographie "Séraphine" von Martin Provost. Durch seinen Film aus dem Jahre 2008 wurde die Künstlerin weltweit bekannt. Die belgische Schauspielerin Yolande Moreau verkörpert darin auf beeindruckende Weise die Malerin. Der deutsche Schauspieler Ulrich Tukur spielt den Kunstsammler Wilhelm Uhde, Anne Bennent seine Schwester. Der Spielfilm gewann im Jahr 2009 sieben Césars, darunter in den Kategorien Bester Film und Beste Hauptdarstellerin (Yolande Moreau).

Was bleibt

Die ersten von Wilhelm Uhde erworbenen Werke der Künstlerin wurden während des Ersten Weltkrieges beschlagnahmt und verkauft. Ihr Aufbewahrungsort ist nicht bekannt. Der Großteil von Séraphines Gemälden befindet sich heute im Museum Charlotte Zander in Bönnigheim, andere Arbeiten werden in Paris, Nizza und Senlis ausgestellt. Weitere Werke befinden sich in Privatbesitz.

Weitere Informationen

Ausstellung „ Séraphine de Senlis – de l’ombre à la lumière »
25 Juni 2014 – 26. Januar 2015
Musée d’Art et ’Archéologie
Place Notre-Dame
60300 SENLIS

 


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