Schalenbeton an der See

Barbara Borek am 18.09.2014
Rettungsturm, Binz auf Rügen, Architekt: Ulrich Müther, 1968, Foto 2004 (sanierter Zustand) © Kra (Wikipedia)
Rettungsturm, Binz auf Rügen, Architekt: Ulrich Müther, 1968, Foto 2004 (sanierter Zustand) © Kra (Wikipedia)
Teepott, Warnemünde, Architekt: Ulrich Müther, 1968, Foto 2004 (sanierter Zustand) © Wikipedia
Teepott, Warnemünde, Architekt: Ulrich Müther, 1968, Foto 2004 (sanierter Zustand) © Wikipedia

Ulrich Müther konzipierte seit den frühen Sechzigerjahren städtebauliche Anlagen als Betonschalen. Sie sind sind heute international bekannt und werden zunehmend geschätzt. Vor allem seine geschwungenen und dynamischen Dächer sind bis heute an der Ostsee zu bewundern.

Baukunst der DDR

Die Solitäre aus Beton, Stahl und Glas wurden als moderne städtebauliche Gestaltungsmittel eingesetzt. Sie bildeten mit ihrer großen Spannweite und der sehr eigenen Formensprache Blickpunkte im Stadtbild, vor allem aber in der Heimat des Architekten auf der Insel Rügen, in und um Rostock sowie in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns.

Ulrich Müther, 1934 in Binz geboren und 2007 dort gestorben, absolvierte nach einer Zimmermannslehre die Ausbildung zum Bauingenieur. 1959 übernahm er den väterlichen Baubetrieb. Als Leiter der PGH Bau Binz (ab 1972 VEB Spezialbetonbau Rügen) war Müther an zahlreichen Bauprojekten in der gesamten DDR und im Ausland beteiligt. Er spezialisierte sich auf die Planung und Ausführung von Betonschalenentwürfen und schuf zwischen 1963 und 1991 mit seinem Team über 50 dieser vorwiegend geschwungenen Konstruktionen.

Teepott und Rettungsstation

Zu den bekanntesten Schalenbauten des Ingenieurs gehört die Warnemünder Ausflugsgaststätte 'Teepott'. Der dreigeschossige Rundbau wurde anlässlich der 750-Jahrfeier Rostocks im Jahr 1968 auf den Grundmauern seines Vorgängerbaus, dem 1928 erbauten und 1945 abgebrannten 'Teepavillon', errichtet. Zusammen mit dem 1897 erbauten, 39 Meter hohen Leuchtturm bildet er am Ende der Strandpromenade direkt neben der Hafeneinfahrt bis heute einen eindrucksvollen Blickpunkt.

Im gleichen Jahr wurde die von Müther geplante Rettungsstation in Binz errichtet. Dieser Pavillionbau steht wie ein Ufo auf einer Säule am Strand. 2004 wurde das Objekt unter Müther saniert und dient heute als Trauraum des Standesamts der Stadt.

Ulrich Müthers Schaffen wurde bisher nur wenig rezipiert. Ein repräsentativer Überblick über das Gesamtwerk seiner Schalenbauten mit Plänen, aktuellen Fotografien und weiterführendem Material zur Baugeschichte fehlt. Ein Band von Rahel Lämmler und Michael Wagner vereint erstmals sämtliche Stahlhallenkonstruktionen und bietet mit Fotos, Plänen und Projektinformationen einen spannenden kulturgeschichtlichen Einblick in sein Werk. Er ist leider nur noch über den Verlag oder im modernen Antiquariat erhältlich.

 

Weitere Informationen

Rahel Lämmler und Michael Wagner: Ulrich Müther. Schalenbauten in Mecklenburg-Vorpommern

120 Seiten, ca. 70 Abbildungen

Verlag Niggli AG

Sulgen/Zürich 2008/ 2010

ISBN 978-3-7212-0662


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