Substanzen

Susanne Gietl am 01.09.2014
Das Hinweisschild zur Ausstellung © Susanne Gietl
Das Hinweisschild zur Ausstellung © Susanne Gietl

Dass man Kunstwerke nicht berühren darf, ist nichts Neues, aber dass man sie nicht berühren will schon. Die Künstlerin Sarah Schönfeld kreierte eigens für die Berghain-Ausstellung „10“ ein sehr schönes, aber auch sehr ekelerregendes Objekt.

Nicht nur ein Club 

2009 wählte die Zeitschrift „DJ Mag“ das Berghain als besten Club der Welt, aktuell ist der Club auf Platz 14 der weltweiten Topliste. Das Berghain ist nicht nur für seine Clubszene bekannt, sondern auch für bekannte Musikacts wie das walisische Elektroduo „Neon Neon“ oder die britische Indierockband "Klaxons“, die gerne im ehemaligen Heizkraftwerk auftreten. 

Tanzender Teppich

Außerdem tanzte das Berliner Staatsballett als Techno-Projekt „Masse“ im Berghain, das Bühnenbild übernahm der Maler Norbert Bisky. Gemeinsam mit ihm stellten fast einen Monat lang acht befreundete Künstler zu Ehren des zehnten Berghain-Geburtstags ihre Werke aus. Bisky hängte in die 18 Meter hohe Clubhalle den wild bemalten Originalteppich der Masse-Aufführung und ließ die beiden gegenüberhängenden Stoffbahnen miteinander tanzen, indem er sie rotieren ließ.  

Lost People on a Lost Highway 

Auch Türsteher Sven Marquardt, aufgrund seiner Piercings und Tatoos „Eisenmann“ genannt, zeigte seine Fotografien. Marquardt, der aktuell mit Hugo Boss kooperiert, tapezierte achtzehn Schwarzweiß-Motive an die Wand des Berghains. Für die Fotoreihe „Lost Highway“ stand ein anderer Türkollege vor der Kamera, sein vom Clubleben geprägtes Gesicht wirkt verlebt und melancholisch. Die seiner Mitstreiter auch. Ein riesiges Farbfoto zeigt eine Braut mit aufgeschlagenen Knien in einem alten Auto.

Mehr Berghain denn je 

Sarah Schönfelds Vorgehensweise ist eine andere. Die Berliner Künstlerin verflüssigte 2013 für das Buch „All you can feel“ Drogen und trug sie auf die Fotoemulsion eines Negativfilms auf. Auch diesmal machte sie für „Hero`s Journey“ Betäubungsmittel sichtbar. Chemische Substanzen machte sie durch einen violetten Körperabdruck von Handtüchern der Clubgäste sichtbar. Außerdem sammelte Schönfeld über Monate den Urin der Clubgänger und bastelte eine vier Meter lange rot-gelbe Lampe daraus. Und da sich das Berghain aus dem Berliner Club „Ostgut“, einem der ersten Orte für Berliner Fetisch- und Sexparties, gründete, ist Schönfelds Kunst mehr Berghain denn je. 

 

Weitere Informationen  

Die Ausstellung „10“ fand vom 8. bis 31. August 2014 in der Halle am Berghain mit Werken von Ali Kepenek, Piotr Nathan, Sarah Schönfeld, Sven Marquardt, Friederike von Rauch, Marc Brandenburg, Viron Erol Vert und Carsten Nikolai statt. 


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