Blindes Verständnis

Foto: Website Scharoun Ensemble - Ghandtschi

Sieben Mann, eine Frau: Das Geschlechter-Verhältnis im Scharoun Ensemble, das ausschließlich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker besteht, ist zwar noch entwicklungsfähig, die künstlerische Leistung dagegen Spitzenklasse. Mit Beethoven und Schubert gastiert es im Herkulessaal München.

Scharoun Ensemble

Das 1983 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker gegründete Scharoun Ensemble gehört zu den profiliertesten Kammermusikformationen Deutschlands. Eine klassische Oktettformation bildet den Kern des Ensembles, dessen Schwerpunkt auf der Vermittlung von Tradition und Moderne liegt. Eckpfeiler seines Repertoires bilden Franz Schuberts Oktett D 803, mit dem sich das Ensemble 1983 erstmals öffentlich vorstellte, oder Ludwig van Beethovens Septett op. 20. Seinen Namen leitet das Scharoun Ensemble vom Architekten seines Stammhauses ab: dem Konzertsaal der Berliner Philharmonie.

Repertoire und künstlerischer Anspruch

Das Repertoire des Ensembles ist breitgefächert und reicht von ausgewählten Kompositionen des Barockzeitalters über Kammermusikwerke der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischer Musik. Es hat viele Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts uraufgeführt. Innovative Programmgestaltung und lebendige Interpretationen sind die Markenzeichen des in flexiblen Besetzungen musizierenden Ensembles. Bei Bedarf arbeitet die Formation mit weiteren Instrumentalisten, aber auch namhaften Dirigenten zusammen. In Ergänzung zu einer regen internationalen Konzerttätigkeit engagiert sich das Ensemble bei dem 2005 gegründeten und künstlerisch von ihm gestalteten Zermatt-Festival mit musikalischen Workshops für junge Musikerinnen und Musiker. 

Besetzung

Das ausschließlich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehende Scharoun Ensemble setzt sich in klassischer Septettformation aus den fünf Streichern Wolfram Brandl, 1. Violine, Micha Afkham, Viola, Richard Duven, Violoncello und Peter Riegelbauer, Kontrabass, zusammen. Bei den Bläsern gehören Alexander Bader, Klarinette, Markus Weidmann, Fagott, und Stefan De Leval Jezierski, Horn, zur Stammbesetzung. Wird das Septett zum Oktett erweitert, kommt als einzige Frau Rachel Schmidt, 2. Violine, hinzu.

Spielerische Klasse 

Das Scharoun Ensemble zeigt seine besondere Klasse, indem es ganz auf die kammermusikalische Karte setzt. Die eigentlichen Stärken der Musiker liegen im Filigranen und in ihrer solistischen Virtuosität. So wirken auch vermeintlich schwere Werke immer wieder leicht und durchsichtig. Dennoch präsentiert sich das Scharoun Ensemble nicht als Gruppe von Individualisten, sondern als geschlossener Klangkörper. Die Herkunft aus einem gemeinsamen Orchester führt zu einem blinden Verständnis, mit dem sich die Musiker sicher durch die Kompositionen arbeiten.

Programm

Mit Beethovens Septett Es-Dur op. 20 und Schuberts Oktett F-Dur op. 166 werde zwei Klassiker der Musikgeschichte und auch des Ensembles gegeben. Zwar äußerte sich Beethoven selbst eher kritisch über sein „in einer Nacht geschriebenes“ Werk, das „von seinen frühen Sachen" sei, aber so klar und behutsam vom Scharoun Ensemble musiziert, hätte es ihm sicher vorzüglich gefallen. Doch dann kommt Franz Schubert und mit ihm - trotz heiterer Momente - ein ernsterer Ton. Das eine Stunde dauernde Oktett, das Schubert 1824 komponierte, hat fast schon sinfonischen Charakter. Es wird deutlich, dass Schubert sich stark an seinem großen Vorbild Beethoven und seinem Septett orientiert, dessen Besetzung er um eine zweite Violine zum Oktett erweiterte.
 
Weitere Informationen

Scharoun Ensemble 23. April 2012, 20 Uhr

Herkulessaal Max-Joseph-Platz 1

80539 München 

E-Mail: info@scharounensemble.de

Foto: Website Scharoun Ensemble - Ghandtschi

 
 

Folge globe-M auf Twitter


Expertenstimmen Archiv

DatumSortiericonTitel
29.Sep.2014Selbstauswertung bis hin zum Ernstfall
25.Sep.2014Positionen zur Positions
25.Sep.2014"Der Berliner Mythos allein zieht nicht mehr"
24.Sep.2014Neue Positionen beziehen
21.Sep.2014Tanzskulpturen
09.Sep.2014Erst Marathon, dann Freakshow
06.Sep.2014Choreographie der Schwerelosigkeit
06.Sep.2014Das Dunkle in uns
06.Sep.2014„Manchmal ist das Narrativ fast tyrannisch“
04.Sep.2014„Wir schulden den Bayaka unseren Film“
31.Aug.2014Katharsis durch Reizüberflutung
20.Aug.2014„Georgien ist näher am Leben.“
16.Aug.2014Nicht nur in Stein gemeißelt
14.Aug.2014Keine Kategorien bitte
11.Aug.2014Von Moskau nach Berlin und zurück
10.Aug.2014Virtuelle Bilderwelten
06.Aug.2014Phönix aus der Asche
06.Aug.2014Landschaftsfantasien
30.Jul.2014„Als würde man in ein fremdes Land reisen“
28.Jul.2014Cindy Sherman im MoMA
28.Jul.2014Courage heißt schon, als Künstler zu leben
22.Jul.2014Angela Merkels „Hoffotograf“
19.Jul.2014Schlüsselmomente mit Mitmachfaktor
10.Jul.2014Nächtliche Youtube-Fantasien
05.Jul.2014Zwischen Technik und Poesie
05.Jul.2014„Die Wirklichkeit ist noch wesentlich heftiger“
30.Jun.2014„Universelle Erfahrung ohne Sprachbarrieren“
30.Jun.2014„Erich Kästner war damals schon altmodisch“
22.Jun.2014„Man müsste aus dem modernen Leben aussteigen“
16.Jun.2014Das Gedicht bestimmt die Farbe des Konzerts
13.Jun.2014Von der Bedeutung der Kunst
09.Jun.2014„RLF ist reflexiv und nicht positivistisch“
08.Jun.2014Ganz groß mit Hut
07.Jun.2014Du bist überall auf der Erde
06.Jun.2014Mikroben als Kunststars
30.Mai.2014„Ich nehme elektromagnetische Wellen wahr“
27.Mai.2014Von der Eisprinzessin zur Stilkönigin
21.Mai.2014Gestalten und Beobachten
21.Mai.2014Nordisches Speed-Dating in Berlin
19.Mai.2014Im Ravekostüm mit 50?
18.Mai.2014„Wir lieben das Risiko, zu scheitern“
13.Mai.2014Farben des Nordens
12.Mai.2014„Wir sollten bei unseren Revolutionen tanzen“
12.Mai.2014 David Hasselhoff singt für globe-M
11.Mai.2014Von Hackern und Hippies lernen
11.Mai.2014TV-Million durch Cannabiskampagne
29.Apr.2014 Sorgen um ein zerrüttetes Land
23.Apr.2014 Lust auf Neues
21.Apr.2014„Ich kann auch gerne mal läpsch sein“
20.Apr.2014 Der richtige Ton
17.Apr.2014 Auf der Suche nach Herausforderungen
13.Apr.2014Ich kann mir den Film in Farbe nicht vorstellen
12.Apr.2014Mich interessiert mehr der Blick daneben
06.Apr.2014Klavierspiel mit Freude
05.Apr.2014„Die Fragen werden bleiben“
02.Apr.2014"Wir waren schon heiße Typen"
01.Apr.2014"Wir waren schon heiße Typen"
24.Mär.2014„Hat man Eier, oder hat man keine?“
20.Mär.2014„Wir sind alle aus Spirit gemacht“
17.Mär.2014Beim Jazz muss man sich entblößen
07.Mär.2014Berlin hat die Kunst in mir hervorgebracht
06.Mär.2014„Für mich ist die Wahl eines Films persönlich“
04.Mär.2014Den französischen Schubladen entkommen
02.Mär.2014Close Up! als Kontakt zur Bodenstation
25.Feb.2014Beethoven plus Hindemith
14.Feb.2014Monatliche Wundertüte
10.Feb.2014Storytelling wie vor 50 000 Jahren
10.Feb.2014„Ich sehe über 600 Filme im Jahr“
03.Feb.2014Neue Räume schaffen
02.Feb.2014MY MISERY IS FOR YOUR ENTERTAINMENT
29.Jan.2014Berlin jazzt
20.Jan.2014„Inspiration ist wie Bauchschmerzen“
19.Jan.2014„Verbrechen sind keine Frage der Intelligenz“
16.Jan.2014„Ein lustiges Land mit einer seltsamen Kultur“
13.Jan.2014Die Farbe des Chansons
10.Jan.2014Leben als Kunstform
09.Jan.2014Die künstlerische Internationale
30.Dez.2013Musik für Erfahrene
22.Dez.2013Man ist so jung...
17.Dez.2013Das Zielgerichtete überwinden
11.Dez.2013Ökonomie des Schenkens
08.Dez.2013Die schöpferische Welt verstehen
07.Dez.2013 Faszination Kunstmarkt
06.Dez.2013Was ist Humor?
25.Nov.2013Streichquartett des Nonplusultra
24.Nov.2013Im Dunkel – da findest du was
21.Nov.2013 Symphonie einer großen Welt
21.Nov.2013„Es war filmmäßig“
11.Nov.2013 Splitter einer Ära
08.Nov.2013 Ein Geschenk aus Liebe
07.Nov.2013„Die Mentalität muss sich ändern“
04.Nov.2013 Uns interessiert, was wir nicht kennen
31.Okt.2013"Suche nach Gemeinschaft verbindet uns alle"
22.Okt.2013Schöne Wetteraussichten
20.Okt.2013Von der Vergeistigung der Materie
18.Okt.2013Berliner Nächte aus der 90 Grad-Perspektive
11.Okt.2013Intellektueller Pop
10.Okt.2013Ein Tausendsassa lernt nie aus
08.Okt.2013 Die Grenzgängerin
05.Okt.2013Nackte Seele
23.Sep.2013Städteplanung nach Darwin
16.Sep.2013Malen ist meine Meditation
15.Sep.2013Talentfinder
14.Sep.2013Hauptstadt des Tangos
14.Sep.2013Unter dem Pflaster der Linienstraße ‑ Zadig! 
13.Sep.2013Mut steht ihr gut
03.Sep.2013 Herausfordernde Lebendigkeit
27.Aug.2013Eine Frage des Geldes
26.Aug.2013Autobiographische Metaebene
24.Aug.2013Die Welt will, dass man erwachsen wird
20.Aug.2013Neue Töne aus der Uckermark
15.Aug.2013 Ein Traum fürs Leben
15.Aug.2013Der Blick zurück nach vorne
11.Aug.2013Kunst ohne Imagepflege
05.Aug.2013 Lalys Lalylalas
02.Aug.2013 Illusion im Dienste der Wahrheit
30.Jul.2013Zwischen Sorbonne und Depardieu
26.Jul.2013Nobelpenner mit Plattenvertrag
25.Jul.2013Jedermann - Ein Modezar im Zelt
19.Jul.2013Lodernde Leidenschaften
18.Jul.2013Mörderische Nische
05.Jul.2013Soziale Kreativität
04.Jul.2013Prada trifft auf Wes Anderson
01.Jul.2013„Der echte Heimatfilm ist tot“
27.Jun.2013Wir wollen mehr als nur Events
27.Jun.2013Für Chile arbeiten
21.Jun.20132500 Quadratmeter Glitzerwelt
11.Jun.2013„Im Alter möchte ich Udo Jürgens sein“
07.Jun.2013„Fresse halten, Bass spielen“
29.Mai.2013Erfrischend mutig - Rosalie Thomass
23.Mai.2013Imogen Kusch ‑ ein "24-Hour-Artist"
20.Mai.2013Visuelle Themenwelten
18.Mai.2013Himmel und Wasser
18.Mai.2013Bösewicht mit großem Herz
16.Mai.2013Musterhaft
10.Mai.2013Berlin Transit
10.Mai.2013„Theater ist für mich der Ur-Moment“
09.Mai.2013Für Recht und Gerechtigkeit
09.Mai.2013Kunst und Kommunikation
08.Mai.2013Mehr als kleine Strichmännchen
08.Mai.2013Schauen und Staunen
08.Mai.2013Designzauber aus dem Norden
08.Mai.2013Näkemiin Suomi!
08.Mai.2013Lebendige Folien - Media Art von Saana Inari
08.Mai.2013Szenetreff versus Beschaulichkeit
08.Mai.2013Jung und echt unter deutscher Flagge
08.Mai.2013Der Malteser Schatz
08.Mai.201340 Jahre „Schwarzer September“
08.Mai.2013Glamour auf rotem Teppich
08.Mai.2013Produktion und Verwertung
08.Mai.2013Bilderkrieg
08.Mai.2013Das menschliche Maß
08.Mai.2013Ein scheinbar unmögliches Projekt
08.Mai.2013Blindes Verständnis
08.Mai.2013Tanz, Musik, Film und Text

Warning: Duplicate entry '58254862' for key 'PRIMARY' query: INSERT INTO globem_watchdog (uid, type, message, severity, link, location, referer, hostname, timestamp) VALUES (0, 'php', '<em>Duplicate entry &amp;#039;15519857&amp;#039; for key &amp;#039;PRIMARY&amp;#039;\nquery: INSERT INTO globem_accesslog (title, path, url, hostname, uid, sid, timer, timestamp) values(&amp;#039;Blindes Verständnis&amp;#039;, &amp;#039;node/3787&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;54.158.21.160&amp;#039;, 0, &amp;#039;3a43e3473f3e3d00e56d5b432270919f&amp;#039;, 703, 1506254454)</em> in <em>/kunden/210808_12165/webseiten/globem/includes/database.mysql.inc</em> in Zeile <em>174</em>.', 2, '', 'http://alt.globe-m.de/de/experts/blindes-verstaendnis', '', '54.158.21.160', 1506254454) in /kunden/210808_12165/webseiten/globem/includes/database.mysql.inc on line 174