Mich interessiert mehr der Blick daneben

Selbstporträt © Amélie Losier

Die junge Fotografin Amélie Losier, Schülerin von Arno Fischer, zeigt ab dem 10. April in ihrer Ausstellung „Just like a woman“ in der Galerie im Tempelhof-Museum in Berlin Fotografien aus New York – Frauen-Porträts sowie klassische Street Photography und einen Fotofilm. Seit 2001 lebt sie in Berlin. Was der Berliner Fernsehturm ihr bedeutet, wie sie sich bei ihren Reportagen den Menschen nähert, und warum sie lieber Blicke hinter die Kulissen wirft, darüber sprach sie mit globe-M.

globe-M: Wie bist Du nach Berlin gekommen?

Amélie Losier: Ich bin über das Studium her gekommen, hab Germanistik studiert, hatte dann 1997 ein Erasmus-Stipendium, hab Berlin entdeckt und dachte „wow!“. Irgendwann hab ich mich dann gegen das Unterrichten und für die Fotografie entschieden. Habe damals der Fotografin Barbara Klemm geschrieben, die ich in Frankfurt kennen gelernt habe. Habe gefragt, ob ich ihr assistieren könnte. Ich dachte ja, bei einer so berühmten Fotografin würde ich wohl eine Weile warten müssen. Aber eine Woche danach hatte ich schon eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Sie hat mich dann auch mit Sibylle Bergmann und Arno Fischer in Kontakt gebracht. Und so bin ich nach Berlin gekommen. 

globe-M: Welche Rolle haben die beiden dann für Dich gespielt?

Amélie Losier: Sie haben die Schule „Fotografie am Schiffbauerdamm“ – heute heißt sie Ostkreuz Schule – gegründet, auf der ich dann vier Jahre studiert habe. Bei Arno habe ich gelernt, meinen eigenen Blick zu entwickeln. Es waren zwei großartige Fotografen, sehr bescheiden, geduldig und großherzig.

globe-M: Wie erlebst Du Berlin?

Amélie Losier: Es ist eine sehr bequeme Stadt, würde ich sagen. Eine Provinzstadt im Vergleich zu New York zum Beispiel. Eine große Stadt, mit relativ wenigen Menschen, nicht so laut – es ist keine knatternde Stadt. Zum Glück sehr gemischt. Berlin ist irgendwie keine deutsche Stadt, ich hab das Gefühl, ich bin nicht nach Deutschland gezogen. Ich bin hierhergekommen, weil Berlin halt so ist, wie es ist. Es ist keine fertige Stadt, sondern eine Stadt im Umbau, die sich entwickelt, anders als Paris. Die Menschen sind anders als die in Frankreich, und man kann sich mit der Stadt entwickeln.

globe-M: Was ist anders?

Amélie Losier: Ich hatte das Gefühl in Frankreich, wenn du nicht ein dickes Adressbuch hast, dann hast du vielleicht weniger Chancen. In Deutschland sind die Leute spontaner, wenn du eine Idee hast, sagen sie, ja toll, machen wir! Aber das ändert sich auch, meine Sicht ist nach zehn Jahren im Beruf auch anders. Mittlerweile leben ja viele Franzosen in Berlin. Und Berlin ist auch gefährlich…

globe-M: Inwiefern?

Amélie Losier: Ich bin immer überrascht, wie voll die Cafes hier im Prenzlauer Berg sind. Man könnte hier nur rumhängen. Ich denk dann immer „Hey Leute, wann arbeitet ihr eigentlich?“. Aber die Stadt ist eben nicht so teuer, man kann sich das erlauben. Aber man muss aufpassen, dass man nicht einschläft.

globe-M: Könnte Dir das passieren?

Amélie Losier: Nein, da bin ich nicht der Typ dafür. Ich war 2012 zwei Monate in New York, oder gerade in Ägypten, versuche immer in Bewegung zu bleiben, möchte produzieren, vorwärts kommen. Kann heute weniger auf die Straße gehen, um einfach mal so frei zu fotografieren, Mein Alltag hat sich professionalisiert. Ich hab hier weniger Freiraum für freie Fotos, bin viel für Aufträge unterwegs. Aber ich bin diesem Beruf so dankbar dafür, dass ich durch ihn immer neue Ecken entdecken kann.

globe-M: Ist Berlin vielleicht für viele so verlockend, weil man hier besser scheitern kann – weil sich hier so viele ausprobieren und scheitern?

Amélie Losier: Wenn man hier stolpert, tut’s nicht weniger weh als woanders. Ich denke aber nicht über das Scheitern nach, sondern mehr über das Weitermachen.

globe-M: Gibt es ein Foto von Dir, das emblematisch ist für Dein Berlin?

Amélie Losier: Mein Blick entwickelt sich, ändert sich mit der Zeit. Vielleicht der Blick aus einem Flugzeug auf den Fernsehturm. Das gehört zu meinem Berlin, ich liebe diesen Fernsehturm. Für mich ist er übrigens eine Frau mit Riesenbusen (der Turm ist ja eine SIE auf Französisch), eine Art Mutterersatz, eine treue Frau. Ich freue mich immer wieder auf den Fernsehturm, wenn ich zurück komme nach Berlin, denke dann „oh bonjour Madame“, wenn ich ihn/SIE wieder sehe.

globe-M: Wie ist es, wenn Du heute nach Frankreich zurück gehst?

Amélie Losier: Ich komme ja nicht direkt aus Paris, sondern bin eigentlich ein Landei, aus Grosrouvre, das ist in der Nähe von Paris. Wenn ich da bin, kann ich immer noch den Autopilot einschalten, finde immer noch alles.

globe-M: Ist dort so etwas wie Heimat?

Amélie Losier: Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle. Die arroganten Pariser vermisse ich nicht. Wenn ich in Rente gehe, gehe ich vielleicht zurück nach Frankreich… na ja, als Künstler gibt’s sowieso keine Rente, also…

globe-M: Hat sich Deine Sprache verändert durch die lange Zeit in Berlin?

Amélie Losier: Am Anfang wollte ich nichts mit Franzosen hier zu tun haben, mittlerweile arbeite ich aber in einer Gruppe französischer Künstlerinnen, die alle hier leben.

globe-M: Was macht Dich aus als Fotografin?

Amélie Losier: Ich mache Porträts und Reportagen und suche meine Themen um mich herum. Zum Beispiel meine Fotos über Nachtarbeiter. Da kam ich irgendwann mal sehr früh nach Hause und begegnete einer Frau, die Zeitungen austrug, da dachte ich „so früh morgens, wie schafft die das bloß?“ Ich lasse mich inspirieren von dem, was ich erlebe, was mich bewegt, neugierig macht. Meine Themen sind auch Urbanität und Gender, nicht aus feministischem Hintergrund, aber einfach, weil ich eine Frau bin. Ich setze oft den Fokus auf Frauen.

globe-M: Wie war das zum Beispiel, diese Menschen, die nachts arbeiten, zu fotografieren?

Amélie Losier: Ich bin nicht einfach so gekommen, habe mich den Menschen langsam genährt. Ich versuche unauffällig zu werden, so dass die Menschen zu ihrem Alltag zurück finden. Mehr und mehr interviewe ich auch Leute, mache Tonaufnahmen und Fotofilme, weil ich denke, man kann noch mehr erzählen.

globe-M: Und Du bist fasziniert von anderen Ländern, warst gerade für ein paar Wochen in Ägypten?

Amélie Losier: Reisen öffnet den Blick. In Ägypten habe ich Porträts und Ton aufgenommen, um später einen Fotofilm zu machen. Dieses Jahr fliege ich nochmal hin. Immer mit der Frage im Hintergrund: Was bedeutet es, heute eine Frau in Ägypten zu sein?

globe-M: Und hast du eine Antwort gefunden?

Amélie Losier: Unterschiedliche. Die kann man hoffentlich eines Tages in der Ausstellung sehen. Auf jeden Fall haben sich mir neue Welten eröffnet.

globe-M: Du hast auch 2008-2011 Fotos während der Berlinale gemacht.

Amélie Losier: Ja, der Focus lag auf den Kulissen der Berlinale. Die Fotos habe ich für mich und für die „taz“ gemacht. Habe immer gedacht, ohne all diese Menschen hinter den Kulissen würde das Fest nicht funktionieren. Wollte nicht immer nur die Stars fotografieren, nicht nur die Spitze des Eisbergs. Mich interessiert mehr der Blick daneben.

globe-M: Amélie Losier, vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen

Amélie Losier

Ausstellung "Just like a woman"

 

Expertenstimmen Archiv

DatumSortiericonTitel
29.Sep.2014Selbstauswertung bis hin zum Ernstfall
25.Sep.2014Positionen zur Positions
25.Sep.2014"Der Berliner Mythos allein zieht nicht mehr"
24.Sep.2014Neue Positionen beziehen
21.Sep.2014Tanzskulpturen
09.Sep.2014Erst Marathon, dann Freakshow
06.Sep.2014Choreographie der Schwerelosigkeit
06.Sep.2014Das Dunkle in uns
06.Sep.2014„Manchmal ist das Narrativ fast tyrannisch“
04.Sep.2014„Wir schulden den Bayaka unseren Film“
31.Aug.2014Katharsis durch Reizüberflutung
20.Aug.2014„Georgien ist näher am Leben.“
16.Aug.2014Nicht nur in Stein gemeißelt
14.Aug.2014Keine Kategorien bitte
11.Aug.2014Von Moskau nach Berlin und zurück
10.Aug.2014Virtuelle Bilderwelten
06.Aug.2014Phönix aus der Asche
06.Aug.2014Landschaftsfantasien
30.Jul.2014„Als würde man in ein fremdes Land reisen“
28.Jul.2014Cindy Sherman im MoMA
28.Jul.2014Courage heißt schon, als Künstler zu leben
22.Jul.2014Angela Merkels „Hoffotograf“
19.Jul.2014Schlüsselmomente mit Mitmachfaktor
10.Jul.2014Nächtliche Youtube-Fantasien
05.Jul.2014Zwischen Technik und Poesie
05.Jul.2014„Die Wirklichkeit ist noch wesentlich heftiger“
30.Jun.2014„Universelle Erfahrung ohne Sprachbarrieren“
30.Jun.2014„Erich Kästner war damals schon altmodisch“
22.Jun.2014„Man müsste aus dem modernen Leben aussteigen“
16.Jun.2014Das Gedicht bestimmt die Farbe des Konzerts
13.Jun.2014Von der Bedeutung der Kunst
09.Jun.2014„RLF ist reflexiv und nicht positivistisch“
08.Jun.2014Ganz groß mit Hut
07.Jun.2014Du bist überall auf der Erde
06.Jun.2014Mikroben als Kunststars
30.Mai.2014„Ich nehme elektromagnetische Wellen wahr“
27.Mai.2014Von der Eisprinzessin zur Stilkönigin
21.Mai.2014Gestalten und Beobachten
21.Mai.2014Nordisches Speed-Dating in Berlin
19.Mai.2014Im Ravekostüm mit 50?
18.Mai.2014„Wir lieben das Risiko, zu scheitern“
13.Mai.2014Farben des Nordens
12.Mai.2014„Wir sollten bei unseren Revolutionen tanzen“
12.Mai.2014 David Hasselhoff singt für globe-M
11.Mai.2014Von Hackern und Hippies lernen
11.Mai.2014TV-Million durch Cannabiskampagne
29.Apr.2014 Sorgen um ein zerrüttetes Land
23.Apr.2014 Lust auf Neues
21.Apr.2014„Ich kann auch gerne mal läpsch sein“
20.Apr.2014 Der richtige Ton
17.Apr.2014 Auf der Suche nach Herausforderungen
13.Apr.2014Ich kann mir den Film in Farbe nicht vorstellen
12.Apr.2014Mich interessiert mehr der Blick daneben
06.Apr.2014Klavierspiel mit Freude
05.Apr.2014„Die Fragen werden bleiben“
02.Apr.2014"Wir waren schon heiße Typen"
01.Apr.2014"Wir waren schon heiße Typen"
24.Mär.2014„Hat man Eier, oder hat man keine?“
20.Mär.2014„Wir sind alle aus Spirit gemacht“
17.Mär.2014Beim Jazz muss man sich entblößen
07.Mär.2014Berlin hat die Kunst in mir hervorgebracht
06.Mär.2014„Für mich ist die Wahl eines Films persönlich“
04.Mär.2014Den französischen Schubladen entkommen
02.Mär.2014Close Up! als Kontakt zur Bodenstation
25.Feb.2014Beethoven plus Hindemith
14.Feb.2014Monatliche Wundertüte
10.Feb.2014Storytelling wie vor 50 000 Jahren
10.Feb.2014„Ich sehe über 600 Filme im Jahr“
03.Feb.2014Neue Räume schaffen
02.Feb.2014MY MISERY IS FOR YOUR ENTERTAINMENT
29.Jan.2014Berlin jazzt
20.Jan.2014„Inspiration ist wie Bauchschmerzen“
19.Jan.2014„Verbrechen sind keine Frage der Intelligenz“
16.Jan.2014„Ein lustiges Land mit einer seltsamen Kultur“
13.Jan.2014Die Farbe des Chansons
10.Jan.2014Leben als Kunstform
09.Jan.2014Die künstlerische Internationale
30.Dez.2013Musik für Erfahrene
22.Dez.2013Man ist so jung...
17.Dez.2013Das Zielgerichtete überwinden
11.Dez.2013Ökonomie des Schenkens
08.Dez.2013Die schöpferische Welt verstehen
07.Dez.2013 Faszination Kunstmarkt
06.Dez.2013Was ist Humor?
25.Nov.2013Streichquartett des Nonplusultra
24.Nov.2013Im Dunkel – da findest du was
21.Nov.2013 Symphonie einer großen Welt
21.Nov.2013„Es war filmmäßig“
11.Nov.2013 Splitter einer Ära
08.Nov.2013 Ein Geschenk aus Liebe
07.Nov.2013„Die Mentalität muss sich ändern“
04.Nov.2013 Uns interessiert, was wir nicht kennen
31.Okt.2013"Suche nach Gemeinschaft verbindet uns alle"
22.Okt.2013Schöne Wetteraussichten
20.Okt.2013Von der Vergeistigung der Materie
18.Okt.2013Berliner Nächte aus der 90 Grad-Perspektive
11.Okt.2013Intellektueller Pop
10.Okt.2013Ein Tausendsassa lernt nie aus
08.Okt.2013 Die Grenzgängerin
05.Okt.2013Nackte Seele
23.Sep.2013Städteplanung nach Darwin
16.Sep.2013Malen ist meine Meditation
15.Sep.2013Talentfinder
14.Sep.2013Hauptstadt des Tangos
14.Sep.2013Unter dem Pflaster der Linienstraße ‑ Zadig! 
13.Sep.2013Mut steht ihr gut
03.Sep.2013 Herausfordernde Lebendigkeit
27.Aug.2013Eine Frage des Geldes
26.Aug.2013Autobiographische Metaebene
24.Aug.2013Die Welt will, dass man erwachsen wird
20.Aug.2013Neue Töne aus der Uckermark
15.Aug.2013 Ein Traum fürs Leben
15.Aug.2013Der Blick zurück nach vorne
11.Aug.2013Kunst ohne Imagepflege
05.Aug.2013 Lalys Lalylalas
02.Aug.2013 Illusion im Dienste der Wahrheit
30.Jul.2013Zwischen Sorbonne und Depardieu
26.Jul.2013Nobelpenner mit Plattenvertrag
25.Jul.2013Jedermann - Ein Modezar im Zelt
19.Jul.2013Lodernde Leidenschaften
18.Jul.2013Mörderische Nische
05.Jul.2013Soziale Kreativität
04.Jul.2013Prada trifft auf Wes Anderson
01.Jul.2013„Der echte Heimatfilm ist tot“
27.Jun.2013Wir wollen mehr als nur Events
27.Jun.2013Für Chile arbeiten
21.Jun.20132500 Quadratmeter Glitzerwelt
11.Jun.2013„Im Alter möchte ich Udo Jürgens sein“
07.Jun.2013„Fresse halten, Bass spielen“
29.Mai.2013Erfrischend mutig - Rosalie Thomass
23.Mai.2013Imogen Kusch ‑ ein "24-Hour-Artist"
20.Mai.2013Visuelle Themenwelten
18.Mai.2013Himmel und Wasser
18.Mai.2013Bösewicht mit großem Herz
16.Mai.2013Musterhaft
10.Mai.2013Berlin Transit
10.Mai.2013„Theater ist für mich der Ur-Moment“
09.Mai.2013Für Recht und Gerechtigkeit
09.Mai.2013Kunst und Kommunikation
08.Mai.2013Mehr als kleine Strichmännchen
08.Mai.2013Schauen und Staunen
08.Mai.2013Designzauber aus dem Norden
08.Mai.2013Näkemiin Suomi!
08.Mai.2013Lebendige Folien - Media Art von Saana Inari
08.Mai.2013Szenetreff versus Beschaulichkeit
08.Mai.2013Jung und echt unter deutscher Flagge
08.Mai.2013Der Malteser Schatz
08.Mai.201340 Jahre „Schwarzer September“
08.Mai.2013Glamour auf rotem Teppich
08.Mai.2013Produktion und Verwertung
08.Mai.2013Bilderkrieg
08.Mai.2013Das menschliche Maß
08.Mai.2013Ein scheinbar unmögliches Projekt
08.Mai.2013Blindes Verständnis
08.Mai.2013Tanz, Musik, Film und Text

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