Botschaft der Tunesischen Republik

Beschreibung: 

Tunesien erstreckt sich auf einer Fläche von rund 164.000 Quadratkilometern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 800 Kilometer. Der nördliche Teil liegt im Gebiet der Ausläufer des Atlas-Gebirges, ist hügelig bei einer höchsten Erhebung von 1500 Metern und hat ein mediterranes Klima. Der südliche Teil ist weitgehend flach, zuerst steppenhaft und dann in die Sahel-Wüste übergehend. Der Salzsee Schott el Dscherid, in der Mitte des Landes und im Schnittpunkt der beiden Landschaftszonen gelegen, hat eine Fläche von über 5000 Quadratkilometern. Die rund 1300 Kilometer lange Mittelmeerküste besitzt über weite Strecken Sandstrände.

Rund 98 Prozent der 
derzeitigen ungefähr 11 Millionen Einwohner sind Araber oder arabisierte Berber, der Rest sind Berber mit noch eigenen Dialekten und Europäer. Die Bevölkerung bewohnt konzentriert die Küstengebiete.

Seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelten Berber-Stämme das Gebiet des heutigen Tunesien. Ab etwa 1100 v. Chr. begann die Kolonisierung durch die Phönizier, die in den folgenden Jahrhunderten als Handelsvolk mit den Griechen rivalisierten und als Erfinder der Alphabetschrift in die Technikgeschichte eingingen. Seit dem 6. Jahrhundert entwickelte sich Karthago zum bedeutendsten phönizischen Staat. Seine gleichnamige Hauptstadt lag unweit des heutigen Tunis und war im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. die mit etwa 400.000 Einwohnern größte Stadt des Mittelmeergebiets. Die Konflikte mit dem aufsteigenden Rom endeten in der militärischen Niederlage und der römischen Eroberung Karthagos 143 v. Chr. In römischer Zeit war die nordafrikanische Mittelmeerküste wirtschaftlich hoch entwickelt und urbanisiert.

Seit 1574 war Tunesien Provinz des osmanischen Staates und wurde seit 1628 von osmanischen Statthaltern mit dem Titel Bei regiert. Mit der Kolonisierung Algeriens seit 1830 wuchs der französische Einfluss. Dank der relativ gefestigten Staatlichkeit entging Tunesien ähnlich wie Marokko der direkten Kolonisierung und wurde 1881 unter Beibehaltung der Monarchie französisches Protektorat. Nach jahrzehntelangen Unabhängigkeitsbestrebungen tunesischer nationalistischer Parteien entließ Frankreich das Land 1955-1956 in die Selbständigkeit. Ein Jahr später setzte Ministerpräsident Bourguiba Bei Mohammed VIII. al-Amin ab und installierte eine Präsidialrepublik mit einer Einheitspartei. Bildungswesen und Rechtssystem blieben französisch geprägt. 1987 gelangte Präsident Ben Ali an die Macht. Im Zuge der revolutionären Protestbewegungen in verschiedenen arabischen Ländern wurde die Herrschaft Ben Alis und seiner Familie 2011 gestürzt und der „arabische Frühling“ eingeleitet.

Der Präsident der Republik ist Inhaber der obersten Exekutivgewalt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er und das Parlament, in dessen Kompetenz die Gesetzgebung liegt, werden vom Volk gewählt. Die Wahlen waren bis 2011 aber nicht frei zu nennen, und die Massenmedien unterlagen einer starken Zensur. Der sunnitische Islam ist Staatreligion, die nichtislamischen Religionen sind aber in ihrer Ausübung geschützt, was dem Staat einen relativ laizistischen Charakter sichert.

Durch Rohstoffverkäufe, besonders Phosphat und Erdöl, und den sehr gewichtigen Tourismus, der von der landschaftlichen Schönheit und dem kulturellen Erbe des Landes profitiert, gelangt viel aus den Industrieländern transferiertes Geld ins Land.
Seit den 1970er Jahren gelang es, exportorientierte Industrien arbeitsintensiver Sparten, besonders Textilindustrie, aufzubauen. Aufgrund dieser Entwicklung kann Tunesien heute als wirtschaftlich bestentwickeltes Land Nordafrikas angesehen werden.

Tunesien ist das neben Marokko beliebteste Reiseland Nordafrikas.

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Couscous mit Fisch ©Botschaft der Tunesischen Republik
Couscous mit Fisch ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunesisches Gericht ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunesisches Gericht ©Botschaft der Tunesischen Republik
Temples des eaux ©Alain Denise
Temples des eaux ©Alain Denise
El Jem ©Alain Denise
El Jem ©Alain Denise
Djerba ©Alain Denise
Djerba ©Alain Denise
Tunis, Avenue Hbib Bourguiba ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunis, Avenue Hbib Bourguiba ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunis, Hafen ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunis, Hafen ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunis ©Botschaft der Tunesischen Republik
Tunis ©Botschaft der Tunesischen Republik
Djerba ©Botschaft der Tunesischen Republik
Djerba ©Botschaft der Tunesischen Republik

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Interview mit S.E. Elyes Ghariani, Botschafter von Tunesien in Deutschland

Seit wann sind Sie in Berlin? Kannten Sie Berlin und Deutschland bereits vor Ihrer Ankunft?

Ich kam im August 2011 an. Meine Mission endet nach drei Jahren Ende August 2014. Das ist bei uns die normale Dauer einer Botschafterkarriere. Ich bin seit 32 Jahren Diplomat. Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass ich in Deutschland bin. Es ist meine dritte Stelle in Deutschland. Ich habe als ganz junger Diplomat in Bonn während der Wiedervereinigung angefangen, ich war einmal nach der Wiedervereinigung nochmals dort, aber erst 2003 habe ich Deutschland richtig kennen gelernt. Da war ich als Gesandter in Berlin. Dann verließ ich Berlin 2008 und bin 2011 als Botschafter wiedergekehrt. Daher halte ich mich, oder besser gesagt, hält man mich als den Spezialisten für Deutschland.

Wie viel wissen die Deutschen über Tunesien?

Die Deutschen wissen recht viel über Tunesien, vor allem seit der Revolution im Januar 2014. Tunesien war über 50 Jahre lang als touristisches Ziel wegen seiner Strände und Oasen, also für „Sonne, Strand, Kamele“, bekannt. Jetzt hat sich das Bild Tunesiens aber verändert. Wir haben weniger deutsche Touristen, aber mehr deutsche Politiker, Fachleute und Journalisten, die Tunesien seit der Revolution besuchen. Die Revolution steht als Zeichen für die Freiheit und die Würde der Menschen. Man interessiert sich für Tunesien, weil es die Wiege des so genannten "arabischen Frühlings" ist. Die Deutschen möchten das tunesische Volk verstehen lernen, das lange Zeit ruhig, nett, manchmal unterwürfig war, das sich gegen einen Diktator aufgelehnt hat und ihm vor dem symbolischen Gebäude, dem Innenministerium, auf der großen Allee in Tunis, entgegnete: "Hau ab !" Wie gelang diesem fügsamen Volk die Revolte? Jeder interessiert sich dafür. Und heute nach dem Dominoeffekt im Anschluss an die Revolution, die auch andere Länder des südlichen Mittelmeerraums betrifft, wird gesagt, dass Tunesien die Hoffnungen einer entstehenden Demokratie für die ganze arabische Welt trägt. Unsere weltweiten wichtigsten Partner sind Frankreich, Italien und Deutschland. Die EU macht 80% des Austauschs mit Tunesien aus. Das gilt sowohl für den kommerziellen, ökonomischen, menschlichen und touristischen Austausch. Die meisten Tunesier, die im Ausland studieren, wohnen in Deutschland, Frankreich oder in einem anderen Land Europas. Das gilt auch für die tunesischen Arbeiter oder so genannte Gastarbeiter. Italien ist da besonders wichtig. Sizilien ist nur knapp 140 km von Tunesien entfernt, das ist nicht einmal die Distanz zwischen Berlin und Leipzig. Übrigens haben wir vor der Entstehung des tunesischen Fernsehens über Kabel Rai1 empfangen und Raffaella Carrà gesehen. (Damals war das noch ein Ereignis!)

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